Marco Kieser

Zur Baugeschichte der evangelischen Kirche in Viersen und ihrem Architekten August Hartel

 

Ein Vermächtnis des am 3. Mai 1869 verstorbenen Freiherrn Friedrich von Diergardt bildete den Grundstock für den Bau einer neuen, großen und modernen Kirche für die evangelische Gemeinde Viersens - in wieweit das alte, 1718 erbaute Predigthaus mit seinen 252 Personen tatsächlich zu klein oder sanierungsunfähig war, oder ob die Gemeinde nicht in erster Linie nach einem repräsentativen, ihrer gewachsenen Bedeutung gemäßen Gotteshaus strebte, mag dahin gestellt bleiben [1]. Nachdem am 26. Juli 1869 ein entsprechender Repräsentationsbeschluss ergangen war, begann Pfarrer Eugen Hermann jun. mit der Sammlung der darüber hinaus noch notwendigen Mittel.

Zunächst wurde bis 1873 ein neues Pfarrhaus gebaut, im Dezember 1872 trat dann auch der beabsichtigte Kirchenneubau in seine entscheidende Phase. Bei der Suche nach geeigneten Architekten und passenden Vorbildern richtete sich der Blick der schon 1868 gewählten Baukommission unter dem Vorsitz von Mathias Johannes Lüps [2] offensichtlich zunächst auf den Essener Baumeister Julius Flügge, der um 1870 u.a. die evangelischen Kirchen in Essen (Pauluskirche), Essen-Steele (Friedenskirche) und Mülheim a.d. Ruhr gebaut oder umgestaltet hatte. Für den von Flügge eingereichten Vorschlag einer „kreuzförmigen“ Kirche (also mit ausladenden Querarmen) reichte der beschränkte Bauplatz jedoch nicht aus, und auch die Kosten erschienen der Kommission zu hoch. Zwar gedachte man daraufhin zunächst, „Erkundigungen“ über den seinerzeit gerade in Dülken tätigen Heinrich Wiethase einzuziehen, im Protokoll der Sitzung vom 19. Mai 1873 werden aber erstmals Baumeister August Hartel aus Krefeld und von ihm eingesandte Skizzen seiner dort in Ausführung befindlichen Ev. Friedenskirche erwähnt. Ob Hartel sich aus eigenem Antrieb vorstellte oder hierzu aufgefordert wurde, wird aus den Protokollen nicht ersichtlich. Immerhin fanden die Pläne wohl Gefallen, denn Mitglieder der Kommission besichtigten daraufhin die Krefelder Kirche. Zwar nahmen sie noch weitere Neubauten aus der näheren und weiteren Umgebung, darunter die von Wiethase gebaute katholische Kirche in Hüls, in Augenschein, doch nach der Reise scheinen die Würfel in Richtung Hartels gefallen zu sein. Am 29. Mai wurde er aufgefordert, weitere Skizzen zu liefern. Die Kommission wünschte eine Fassade aus Tuffstein, wohingegen die Seiten backsteinsichtig bleiben konnten, außerdem ein Gewölbe, eine Raumgröße von 5000 Quadratfuß und einen Baupreis von (höchstens) 35.000 Talern. Zwar schoss der junge und - wie wir wissen - ehrgeizige Architekt zunächst über das Ziel hinaus: er schlug eine Kuppel- oder eine Kreuzkirche vor, beides viel zu teuer und zu umfangreich für die Viersener Gemeinde. Die Baukommission hielt aber dennoch an ihm fest, mit der Bedingung allerdings, nunmehr „genau nach unseren Maßangaben Skizzen zu machen“[3]. Hartel ist dem wohl auch umgehend gefolgt, im Oktober desselben Jahres lagen jedenfalls konkrete Pläne und Kostenvoranschläge vor. In den nächsten Jahren wurden zwar noch vereinzelte, v.a. kostensenkende Änderungen im Detail vorgenommen, z.B. bei der Gestaltung der Turmspitze, doch im Grunde wird es sich um jenen Entwurf gehandelt haben, der dann im März 1877 Regierungs- und Baurat Otto Lieber bei der Königlichen Regierung in Düsseldorf zur Revision und Genehmigung vorgelegt wurden. 45.000 Taler betrug schließlich die veranschlagte Bausumme, für die Hartel auf Anregung von J.W. Furmanns noch nachträglich eine Orgelempore einplante (ursprünglich sollte die Orgel in einem offenen Turmgeschoss aufgestellt werden). Am 1. Juni erhielten Hartel und sein Kompagnon Theodor Quester offiziell den Auftrag zur Ausführung der Kirche, einen Monat darauf erteilte die Stadt die Baugenehmigung. Doch es kam noch einmal zu einer Verzögerung, denn um Raum für den Neubau zu schaffen, musste entgegen ursprünglicher Absichten doch zunächst die alte Kirche abgerissen werden. Im Herbst wurde im Hause Rindt ein provisorischer Betsaal eingerichtet. So dauerte es noch bis zum 12. April 1878, ehe endlich der Grundstein für die neue Kirche der evangelischen Gemeinde Viersens gelegt werden konnte. Pfarrer Eugen Hermann jun., der tatkräftig den Neubau voran getrieben hatte, erlebte diesen feierlichen Augenblick leider nicht mehr: er war bereits am 28. März 1877 gestorben.

Noch während der Bauarbeiten gab es weitere Umplanungen, v.a. die Dacheindeckungen und deren Materialkosten betreffend. Schließlich einigte man sich auf Kupfer für den Turmhelm und Moselschiefer auf dem Kirchenschiff. Daneben wurde die notwendige Ausstattung beschafft, wobei die Gemeinde auf entsprechende Spenden ihrer vermögenden Mitglieder (neben Greef u. Furmanns u.a. Pferdmenges, Lüps, Dürselen, Schmidt, de Joncheere) zurück greifen konnte. So dotierte Kommerzienrat Greef 1500 Taler für die von J.W.Rinker zu Hof Sein bei Herford gegossenen Glocken, und Frau Furmanns geb. Anna Sophia Küppers stiftete die Kanzel. Die Orgel bezog man von der Firma Ibach in Barmen. Am Dienstag, den 27. Mai 1879 schließlich konnte die feierliche Einweihung der neuen Kirche erfolgen. [4]

Ihre bauliche Gestalt hat die evangelische Kirche seither bis heute bewahrt. Nach einem Blitzeinschlag in den Turm 1912 wurde dessen Spitze höher, entsprechend früherer Hartel-Pläne wieder aufgeführt. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs blieben vergleichsweise überschaubar. Im Juni 2000 wurde die Kirche in die Denkmalliste eingetragen. 2001-2004 erfolgte eine denkmalgerechte Sanierung und Instandsetzung, insbesondere der Naturstein-Bauteile.

Vor allem zwei Dinge leiten die Wahrnehmung der Kirche von außen. Zum einen der vielgliedrige Turm, der, von kleinen Begleitbauten flankiert, eine Art Fassade bildet und sowohl die südliche Hauptstraße als auch die Silhouette Viersens entscheidend mitprägt, zum anderen die teilweise Verkleidung des Baus mit dem am Niederrhein selten verwendeten Rotsandstein. Der in neugotischen Formen gehaltene Baukörper aus Backstein folgt in seiner Anlage einem gewohnten System, wie es im „Eisenacher Regulativ“ [5] 1861 für die Ausführung evangelischer Kirchenbauten beschrieben worden war. Dazu zählen das nach Osten gerichtete Langschiff, hier eine dreischiffige Halle zu vier Jochen mit anschließender 5/8-Chorapside, und der im Westen vorgesetzte Turm, auf quadratischer Grundfläche, über dem zweiten Geschoss ins Achteck übergeführt und in einem ebenfalls oktogonalen, kupferverkleideten Helm endend. In seinem Erdgeschoss ist mittig das Hauptportal angeordnet, der Wimperg darüber trägt die Jahreszahlen der Bauzeit. Im ersten Obergeschoss ziert ein großes zweibahniges Maßwerkfenster mit Rose den Turm, darüber ist die Turmuhr in einem krabben- und kreuzblumengeschmückten Giebel angebracht. Dieser Giebel wird auf den anderen Seiten wiederholt und markiert den Übergang vom Viereck zum Achteck - ein Motiv, dass als achtteiliger Giebelkranz zwischen Turmoktogon und Kupferhelm wieder aufgenommen ist.

Die Außenwände der Seitenschiffe werden von zweibahnigen Maßwerkfenstern mit dazwischen gesetzten Strebepfeilern gegliedert. Während das verschieferte, von einem Firstkamm bekrönte Dach des Hauptschiffes mit gleicher Neigung über die Seitenschiffe abgeschleppt ist, betonen pyramidal abgesetzte Dächer jeweils das letzte Joch vor dem Chor und die seitlichen Anbauten des Westturms.

Im Innern gewähren große Stützenabstände sowohl eine gute Belichtung durch die Chor- und Seitenfenster als auch relativ gute Sicht auf den Altar. Den Rundpfeilern sind vier Dreivierteldienste vorgelagert, die in einem Blattkapitell enden, das Dienste und Pfeiler umfasst. Nur der zum Mittelschiff gerichtete Dienst ist höher gezogen bis zu einem Teilkapitell, von dem aus sich schmale Rippen und kräftigere Gurte fortsetzen. Im westlichen Joch ist über den Eingängen eine über dem Mittelschiff einschwingende Orgelempore eingezogen, mit aus Vierpässen gebildeter Brüstung.

Die zumeist von Mitgliedern der Gemeinde gestiftete historistische Ausstattung ist in wesentlichen Teilen erhalten, darunter das Gestühl, der hölzerne Blockaltar (über dem das der Kirche den Namen gebende, moderne große Kreuz aufgehängt ist, gearbeitet aus dem Holzmaterial des alten Glockenstuhls) und die Kanzel am nordöstlichem Vierungspfeiler, mit Sitzfiguren der Evangelisten und Christi unter Dreipassbögen auf Säulchen. Der große Schalldeckel, wie die übrige Kanzel mit neogotischen Schmuckformen gestaltet, trägt in der Mitte eine dem Kirchturm nachempfundene Turmhelmabbreviatur.

Im nordwestlichen Vorraum sind Grabsteine und Grabplatten aus dem 18. und 19. Jahrhundert aufgestellt. Die Turmhalle schließlich wurde 1920 durch den bekannten Mönchengladbacher Architekten Robert Neuhaus zum Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs umgestaltet.

Der Architekt August Hartel

Der auffällige Kyllburger Rotsandstein des ebenfalls 1878/79 aufgerichteten Kreis-Kriegerdenkmals auf den Süchtelner Höhen lässt auch den flüchtigen Betrachter ahnen, dass sich auf Viersener Stadtgebiet noch ein zweites Bauwerk von der Hand des Architekten der evangelischen Kirche befindet. Wer war dieser August Hartel, von dem sich weit über den Niederrhein und das Rheinland hinaus, in unterschiedlichsten Teilen des ehemaligen Deutschen Reiches, Schaffenszeugnisse finden?

„Nachdem er dem tödtlichen Leiden, von welchem er auf der Höhe seiner Lebenserfolge befallen worden war, mit seltener Zähigkeit des Körpers und einer bis zum letzten Augenblick ungebrochenen Spannkraft des Geistes über alles Erwarten lange getrotzt hatte, ist Dombaumeister August Hartel am Abend des 18. Februar dieses Jahres im Stiftshaus ‚Unserer Frauen Werk’ zu Straßburg still entschlafen. Es ist ein nicht gewöhnliches Leben, das hier so jäh vernichtet worden ist, während ihm noch der Haupttheil seiner Wirksamkeit bevor zu stehen schien. Ein Leben voll Mühe und Arbeit, angespornt und geleitet von einem rastlos nach vorwärts drängenden, zielbewussten Streben – reich an Enttäuschungen, aber noch reicher an Erfolgen, die nicht allein dem Verstorbenen selbst, sondern auch dem Berufe, dem er lebte, zugute gekommen sind.“ [6]

Als August Hartel im Februar 1890 einem Krebsleiden erlag, war er seit einem Jahr Dombaumeister in Straßburg - eben erst schien sein beruflicher Ehrgeiz, den man im Nachhinein schon in der Baugeschichte der Viersener Kirche zu erkennen meint, endlich erfüllt zu sein.

Fast genau 46 Jahre vorher, am 26. Februar 1844, ist Hartel in Köln als Sohn eines Maurermeisters geboren worden. Sein späteres Handwerk lernte er in den Büros des damaligen Kölner Stadtbaumeisters Julius Raschdorff und des Domwerkmeisters Franz Schmitz. 1868 ging Hartel für ein Jahr nach Berlin, besuchte Vorlesungen der Bauakademie und arbeitete in einem der großen Architekturbüros der Hauptstadt, Kyllmann & Heyden. Zurück in Köln, wurde er Büroleiter bei Raschdorff. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagte der 26jährige, nachdem er 1870 den Wettbewerb für eine evangelische Kirche in Krefeld, die Friedenskirche am Luisenplatz, gewonnen hatte. Zur Ausführung dieses ersten eigenen Projektes übersiedelte er in die Seidenstadt und betrieb dort mit Theodor Quester in den 1870er Jahren ein gemeinsames Büro. Mit den evangelischen Kirchen in Krefeld, Viersen, Mülheim a.d. Ruhr und vor allem der Christuskirche in Bochum machte er sich in dieser Zeit einen Namen. Vor allem beteiligte er sich unermüdlich an Wettbewerben. 1878 gewann er den 2. Preis in der großen, viel beachteten Konkurrenz um die Ausführung der evangelischen Peterskirche in Leipzig, zwei Jahre später errang er, wiederum nach Wettbewerben, die Ausführung einer evangelischen Kirche im Leipziger Stadtteil Lindenau (Nathanaelkirche) und eines Gebäudes für die sächsische Gewerbe- und Industrieausstellung in Halle. Ohne vergleichbare Aufträge im Rheinland, zog Hartel die Konsequenzen aus diesen Erfolgen. Er verließ Krefeld, erledigte zunächst den Hallenser Auftrag und ließ sich schließlich 1881 in Leipzig nieder, wo man ihm, nach langen Diskussionen und Umplanungen, gemeinsam mit seinem neuen Kompagnon, dem ortsansässigen Constantin Lipsius, auch die Errichtung der Peterskirche übertrug. „Leipzigs bedeutendster Sakralbau aus der Zeit des Historismus, zugleich ein Bauwerk von überregionaler Bedeutung“ [7] wurde sein Meisterwerk: eine dreischiffige Hallenkirche im Stil der Kathedralgotik, mit seitlich frei stehendem Turm, mitten auf einem Platz als Zentrum seines Viertels angelegt. Ihr stark gegliedertes, mit dunklem Sandstein verkleidetes Äußeres trägt reiche ornamentale und figürliche Bauzier, im Inneren beeindruckt die große Weite des Hallenraumes mit sehr schmalen, Emporeneinbauten tragenden Seitenschiffen und teilweise kuppelartig ausgeführten Mittelschiffgewölben.

Doch im Anschluss an die Peterskirche verließ Hartel das Wettbewerbs-Glück, und der ausgewiesene „Gotiker“ geriet im Wechsel der historistischen Modi und Moden, die zunehmend gerade bei den lukrativen profanen Monumentalbauten die Renaissance bevorzugen, ins Hintertreffen. Auch neue Büro-Partnerschaften, u.a. mit Bruno Schmitz, der später durch seine Denkmalbauten wie Kyffhäuserdenkmal, Porta Westfalica, Deutsches Eck und Völkerschlachtdenkmal bekannt geworden ist, besserten seine Lage kaum. Enttäuscht, vielleicht auch verbittert verdiente Hartel Mitte der 1880er Jahre seinen Lebensunterhalt wohl sogar hauptsächlich mit dem Antiquitätenhandel und der Herausgabe von Veröffentlichungen. Gleichwohl beteiligte er sich weiter unermüdlich an Wettbewerben. Und eine dieser Konkurrenzen brachte tatsächlich eine neuerliche Wende: Mit dem 1. und 2. Preis in der Konkurrenz für ein Landesausschuss-Gebäude in Straßburg knüpfte er 1886 Kontakte in jene Stadt, wo er drei Jahre später auf eine der prestigereichsten Stellen, die ein Architekt im Kirchenbau erringen konnte, berufen wurde. Doch als Straßburger Dombaumeister war ihm keine Zeit mehr beschieden.

„Dass der Tod August Hartels einen schweren Verlust für die deutsche Kunst bedeutet, ist eine Empfindung, die in Fachkreisen wohl allgemein getheilt wird. Am leichtesten dürfte er noch inbetreff der Aufgaben zu ersetzen sein, die ihm als Meister der Straßburger Hütte zur Lösung anvertraut waren (…). Viel schwerer wiegt der Verlust des schaffenden Architekten. Als solcher ist Hartel zur Hauptsache nur im Bereiche des Kirchenbaues thätig gewesen, aber er hatte sich auf diesem für die Förderung monumentaler Baukunst noch immer wichtigen Gebiete zu einem Meister entwickelt, der den von unserer Zeit gestellten Aufgaben nicht nur künstlerisch gewachsen war, sondern schließlich auch die technische Seite derselben sowie vor allem die Kostenfrage in voller Sicherheit beherrschte (…).“ [8]

In seinem Nachruf in der Deutschen Bauzeitung sparte der einflussreiche Architekt und Publizist K.E.O. Fritsch jedoch auch nicht mit Kritik an Hartels nicht immer hohen Ansprüchen gerecht werdendem Schaffen, was er nicht zuletzt einer zu hohen Frequenz kurzfristigen Strebens nach Wettbewerbserfolgen und –ausführungen zuschrieb. Die Qualität seiner Frühwerke habe Hartel später selten noch erreicht. Fritschs bewegende, auch von persönlicher Verbundenheit zeugende Zeilen schließen mit einer bemerkenswert offenen Charakterzeichnung des Verstorbenen: „In seiner menschlichen Eigenart ist Hartel vielfach, wenn nicht sogar meist ungerecht beurtheilt worden. Von einer rauhen Derbheit der Form, in welcher sich der Sohn des Volkes nicht verleugnete und die sich namentlich in einer jederzeit ehrlich gemeinten, aber nicht immer glücklich angebrachten Offenheit gefiel (…), war er allerdings nicht dazu angethan, das Wohlgefallen zartbesaiteter Gemüther zu erregen. Wer sich die Mühe gab, ihn näher kennen zu lernen, musste nicht nur seiner That- und Willenskraft die höchste Achtung zollen, sondern wurde auch inne, dass hinter dieser rauhen Schale ein edler Kern verborgen war und dass jene urwüchsige, unwillkürlich an unsere Vorstellungen von einer echten Yankee-Natur erinnernde Kraft der Fähigkeit weicheren Empfindens und der Hingabe an ideale Ziele durchaus nicht entbehrte.“ [9]

Quellen:
Evangelisches Gemeindearchiv Viersen (zit.: EGA VIE), Nr. 207: Protokollbuch der Kirchbau Commission 1870 (bis Aug. 1880, S. 113) und die Verhandlungen des Ausschusses zum Bau eines evangelischen Gemeindehauses („Bauausschusses“) 1888 (S.117) bis 1889 (S.130). Transskription frdl. z. Verf. gestellt von Horst Tamm, Viersen.

Literatur (Auswahl; in chronolog. Reihenfolge):
Deutsche Bauzeitung 13 (1879), S. 395 [Notiz zur Einweihung der evang. Kirche].
Architektonische Rundschau 5 (1889), H.11, Tafel 88.
F. [= K.E.O. Fritsche]: August Hartel gest. In: Deutsche Bauzeitung 24 (1890), S. 118-121 u. 130-134.
F.W. Lohmann: Geschichte der Stadt Viersen, Viersen 1913, S.585ff.
Carl Wilhelm Clasen: Viersen ( = Die Denkmäler des Rheinlandes). Düsseldorf 1964, S.25-26.
Gerhard Langmaack: Evangelischer Kirchenbau im 19. und 20. Jahrhundert. Kassel 1971.
Otto von Hofe: Evangelische Kirchengemeinde Viersen. Festschrift anläßlich des 100jährigen Bestehens der neuen evangelischen Kirche in Viersen, Viersen 1979.
Willy Weyres: Der evangelische Kirchenbau, in: Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland, Bd. 1: Architektur, Düsseldorf 1980, S.325 ff.
Werner Franzen: Gottesdienststätten im Wandel. Evangelischer Kirchenbau im Rheinland 1860-1914. Diss. Uni Duisburg 2002, Teil 3, S. 143f.; s.: http://www.ub.uni-duisburg.de/ETD-db/theses/available/duett-07082002-104417/unrestricted/index.html [22.03.2004; dort auch Quellenverweis auf Akten im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland].

Anmerkungen:
(1) EGA VIE Nr. 270, Protokollbuch der Kirchbau Commission 1870, S. 87.
(2) weitere Mitglieder waren W. Anton Pferdmenges, J.W. Furmanns, Herm. Dürselen, F.W. Greef, für ihn später W. Weyer; außerdem Freiherr v. Diergardt als Ehrenmitglied sowie der Älteste und der jeweils rechnungsführende Kirchmeister
(3) EGA VIE Nr. 270, Protokollbuch der Kirchbau Commission 1870, Protokoll 21.07.1873
(4) Leider ist ein im Protokollbuch der Kommission ursprünglich beigefügter Bericht über die Feier nicht mehr auffindbar.
(5) Vgl.: Gerhard Langmaack: Evangelischer Kirchenbau im 19. und 20. Jahrhundert. Kassel 1971, S. 272-274. Dazu: Peter Kaiser: Das sogenannte Eisenacher Regulativ von 1861: ein kirchenrechtliches Phantom. In: Klaus Raschzok / Reiner Sörries (Hrsg.): Geschichte des protestantischen Kirchenbaues. Festschrift für Peter Poscharsky zum 60. Geburtstag, Erlangen 1994, S. 114-118.
(6) F. [= K.E.O. Fritsche]: August Hartel gest. In: Deutsche Bauzeitung 24 (1890), S. 118-121 u. 130-134, hier S. 118. - Die folgende Darstellung seines Lebensweges folgt im wesentlichen diesem Nachruf.
(7) Heinrich Magirius: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Sachsen: Stadt Leipzig. Die Sakralbauten, mit einem Überblick über die städtebauliche Entwicklung von den Anfängen bis 1989, 2 Bde., München 1995, S. 873.
(8) Fritsch (wie Anm. 6), S. 133.
(9) Fritsch (wie Anm. 6), S. 134.

Erstveröffentlichung in : Die evangelische Kirchengemeinde Viersen. 300 Jahre Gemeindeleben 1705-2005. Hrsg. v. Horst Tamm u. d. Evangelischen Kirchengemeinde Viersen, Viersen 2004, S. 101-107.

 

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