|
|
Katholische Kirche St. Lambertus Die Ursprünge einer Kirche in Erkelenz lassen sich bis zu einer im 9. Jh. abgebrannten Holzkirche zurückverfolgen. Der gotische Bau des 14./15.
Jhs. wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf den Turm zerstört. Der wahrzeichenhafte „Lambertiturm“, beg. 1458, mit seinen wechselnden Mauerwerkslagen aus Backstein und Tuffbändern, wurde nach 1945 durch Architekt Heinz
Tillmanns gesichert. Bis 1954 erfolgte der Neubau einer Hallenkirche in Mischbauweise (Stahlbetonskelett/Backstein), an romanische Formen angelehnt nach Entwurf von Peter Salm aus Aachen. – Von der Ausstattung sind
v.a. einige bemerkenswerte Stücke des 15. u. 16. Jhs. hervorzuheben, so das Adlerpult, der Marienleuchter, die ursprünglich aus der Leonhardskapelle stammende Kanzel, eine Kreuzigungsgruppe, mehrere Heiligenfiguren
und eine Glocke des Jan van Trier (1535). Außerdem ein neugotischer Hochaltar (gesondert in die Denkmalliste eingetragen) und weitere jüngere Ausstattung. Lit.: I. Inventare /
Baugeschichte: KD, S. 284-292; HBA, S. 647-649; Dehio, S. 352; Bonner Jahrbuch 149 (1949), S. 362-366; Vorromanische Kirchenbauten. Bearb.: Friedrich Ostwald u.a., München 1966ff., S. 71f.; Kubach/Verbeek, S. 262f.;
Friedel Krings: Der 500jährige Turm von St. Lambertus in Erkelenz. In: HK 1959, S. 58-71. – II. Ausstattung: Glocken, S. 19-36, 113-119; Holzskulptur, Nr. 27-34; Paul Schoenen: Das Adlerpult in der St.
Lambertus-Pfarrkirche Erkelenz. In: HK 1955, S. 80-84; Friedel Krings: „Unsere Liebe Frau in der Sonne mit den Engeln“ zu Erkelenz. In: HK 1964, S. 28-38; Gottfried Göller: Die Engel des Marienleuchters in der
Pfarrkirche St. Lambertus zu Erkelenz und ihre kirchenmusikalische Bedeutung. In: Musik in den Erkelenzer Landen (= Schriftenreihe des Kreises Heinsberg 1), Heinsberg 1972, S. 55-88; Irmingard Achter: Ein
schwäbisches Fürbittebild in der Lambertuskirche zu Erkelenz. In: JRD 24 (1962), S. 161-168 (auch: HK 1963, S. 124-130); Friedel Krings: Das neugotische Bildhauerzentrum Erkelenz. In: HK-Heinsberg 1985, S. 79-92;
s.a. die Bildbände von E. Pinzek. – III. Denkmalpflegeberichte: JRD 19 (1951), S. 60-62; Heinz Tillmanns: Baubericht zur Wiederherstellung des Lambertiturmes im Sommer 1952. In: HK 1953, S, 115-119; JRD 20 (1956),
S. 78; JRD 21 (1957), S. 192; JRD 25 (1965), S. 97f.; JRD 34 (1992), S. 205; JRD 39 (2004), S. 243.
|
|
|
Ehem. Burg u. Stadtmauer Die landesherrliche Burg stand im Zuge der Stadtmauer, mit der gemeinsam sie Mitte/2.H. des 14. Jhs. entstanden sein dürfte; ob es vorher bereits eine
einfachere Befestigung gegeben hat, kann nach Flink nicht ganz ausgeschlossen werden. Zu Beginn d. 16. Jhs. erfolgte wohl noch einmal ein moderner Ausbau, doch verlor die Befestigung bald darauf ihren Wehrcharakter;
daher 1674 z.T. niedergelegt, 1816-18 weitgehend abgetragen. Von der ehem. Burg sind noch ein viergeschossiger Backsteinturm, der auf quadratischer Grundfläche 23 m hoch in den Graben hineinragt, sowie daran
anschließend ein Hof m. weiteren Mauerzügen u. Turmresten erhalten. Von der Stadtmauer und ihren vier Toren blieb überirdisch nur an der Nordpromenade, wo Häuser direkt an die Mauer angebaut waren, ein kurzer
Mauerzug, eine einfache Ziegelmauer d. 14./15. Jhs., vom Abriss verschont. Lit.: KD, S. 298-301; Dehio, S. 353; Städteatlas, S. 2; Friedel Krings: Die mittelalterlichen
Befestigungswerke der Stadt Erkelenz. In: HK 1957, S. 55-72; Ulrich Ocklenburg: Das ‚Maartor’ in Erkelenz. In: Archäologie im Rheinland 1999, S. 149-151; ders: Archäologische Befunde der spätmittelalterlichen
Stadtbefestigung Erkelenz. In: HK-Heinsberg 2003, S. 18-26. – Denkmalpflegeberichte: JRD 19 (1951), S. 62; JRD 21 (1957), S. 192; JRD 22 (1959), S. 125f.; Kisky, S. 107-109; JRD 25 (1965), S. 98. JRD 30/31 (1985),
S. 476f.
|
|
|
Altes Rathaus (Markt) Bereits 1326 wird in Erkelenz ein Gewandhaus – als Ort des Textilhandels gewöhnlich Vorläufer eines Rathauses – genannt. Das heutige Alte Rathaus,
erstmals errichtet nach einem Stadtbrand 1540, mehrfach verändert und 1930/31 umfassend restauriert, wurde nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis 1951 wiederaufgebaut (Architekt: Gustav Mattar). – Frei am
Rande des Marktes stehender, zweigeschossiger und weiß geschlämmter Backsteinbau mit offener Spitzbogenhalle im Erdgeschoss (traditionell der Ort für Handel und Gericht) sowie Segmentbogenblenden im Obergeschoss.
Hohes, schiefergedecktes Walmdach. Im Blausteingewände des Eingangs außerdem die Jahreszahl 1756, als bei einem Umbau u.a. die offene Halle zugemauert worden war. Lit.: KD, S.
301-305; Dehio, S. 353; Georg Kehren / Willi Wortmann: Das Alte Rathaus in Erkelenz (=
Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 16), Erkelenz 1997 (darin weitere Literatur). – Denkmalpflegeberichte: JRD 8/9 (1932), S.32f; JRD 10/11 (1934), S. 138-141; JRD 19 (1951), S. 62-64; JRD 20 (1956), S. 79; JRD 21 (1957), S. 192; JRD 25 (1965), S. 98.
|
|
|
Aachener Straße 18 Ehem. Backstein-Hofanlage, Mauerwerk geschlämmt, Wohnhaus mit Durchfahrt traufständig zur Straße, 2. H. 18. Jh. (?).
|
|
|
Brückstr. 1 1908 errichtetes Wohn- u. Geschäftshaus mit Backstein-Putzfassade und späthistoristischer Dekoration, in markanter Ecklage zum Markt.
|
|
|
Brückstr. 12 Zweigeschossiges, geschlämmtes Backsteinhaus mit Mansarddach (1780), alte Haustür, in der Front ein bemerkenswerter Ladeneinbau des 19. Jhs.; nach mdl.
Überlieferung ehem. Landgerichtgebäude, danach Metzgerei. Lit.: www.denk-x.com.
|
|
|
Brückstr. 31 u. 33 Dreigeschossiges Doppelwohnhaus, 2. H. 19. Jh., Putzfassade.
|
|
|
Brückstr. 35 Dreigeschossiges Wohnhaus m. backsteinsichtiger Front, Mitte 19. Jh., evtl. älterer tonnengewölbter Keller.
|
|
|
Burgstr. 2 u. 4 Aus stadtbildpflegerischen Gründen erhaltene, giebelständige ehem. Bürgerhäuser d. 19. Jh. (Nr. 2 nur Fassade). Ihr Denkmalwert ist angesichts der geringen
Substanz fragwürdig.
|
|
|
Franziskanerplatz 1, Haus Spiess 1806 als Palais für den napoleonischen Beamten Johann Jacob Spiess erbaut. Zweigeschossiges barockes Wohnhaus mit Mansarddach und niedrigen
Seitenflügeln (der linke in den 1980er Jahren wiederaufgebaut), die nach vorne winkelförmig einen Ehrenhof umschließen; zum Platz hin Einfriedung mit Löwenportal, die Löwen von Spiess aus Haus Hohenbusch hierhin
verbracht. Lit.: Dehio, S. 353.
|
|
|
Franziskanerplatz 9a / Schülergasse 20 Straßenbildprägendes zweigeschossiges Eckgebäude mit rückwärtigem Anbau, Backstein und teilweise Fachwerk (18. Jh.?).
|
|
|
Gasthausstr., ehem. Leonhardskapelle Ehem. Kapelle des mittelalterlichen „Gasthauses“ (Hospital, Armenversorgung), das sich seit dem 15. Jh. auf dem Gelände dahinter in
klosterartiger Form befand. Die Kapelle wurde nach 1820 zur Schule umgebaut; nach mehreren weiteren Umbauten und teilweiser Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Baukörper in einfachen gotischen Formen 1989/90
für kulturelle Zwecke wiederhergestellt, unter Beibehaltung der für die Schulnutzung eingeführten Zweigeschossigkeit im Inneren. Lit.: Dehio, S. 352f.; Friedel Krings: Das
mittelalterliche Gasthaus und seine Kapelle St. Leonhard in Erkelenz von 1400 bis 1990. In: HK-Heinsberg 1991, S. 89-98; Hans-Otto Brans: Das Hospital oder Gasthaus zu Erkelenz vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. In:
Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes (= Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 12), Erkelenz 1992, S. 72-84.
|
|
|
Gasthausstr. 3 Ursprünglich zweiteiliges Wohn- u. Wirtschaftsgebäude, im Kern 18. Jh., mit zwei tonnengewölbten Kellern; im 19. Jh. waren hier kleine Gewerbetreibende
(Weinhändler, Schmied) ansässig. Lit.: Bauzustandsgutachten Dr. R. Dauber, 23.07.1980 (in Objektakte d. RhAD).
|
|
|
Im Pangel 14 Zweigeschossiges traufständiges Wohnhaus, späthistoristische Putzfassade Anf. 20. Jh., im Kern älter.
|
|
|
Im Pangel 16, 18 Zweigeschossiges, sieben Achsen breit gelagertes Wohnhaus, das vorkragende Obergeschoss in Fachwerk, im 20. Jh. modernisiert. Die Hausgruppe, ursprünglich wohl
18. Jh., überliefert eine typische traufständige Reihenhausbebauung an den äußeren Gassen des Stadtkerns. Lit: JRD 22 (1959), S. 126 (Denkmalpflegebericht).
|
|
|
Markt 4 Stattliches, Ende d. 19. Jhs. errichtetes dreigeschossiges Wohn- u. Geschäftshaus, neugotische Putzfassade mit aufgeblendeten Zierformen. Lit.: JRD 34 (1992), S. 205 (Denkmalpflegebericht).
|
|
|
Patersgasse 3, (5), 7, 9 Geschlossene Zeile aus kleinen zweigeschossigen Wohnhäusern, im Kern 18. Jh. (?), Verputz 19. Jh., typische Gassenbebauung von reizvoller
Straßenraumwirkung (Nr. 5 fehlt in der Denkmalkartei, ist aber selbstverständlich Teil des denkmalwerten Ensembles).
|
|
|
Patersgasse 4 Kleines zweigeschossiges Wohnhaus, im Kern wohl 18. Jh. (?), backsteinsichtig, das zusammen mit den beidseits anschließenden Mauerstücken zum Gesamtbild der
Patersgasse beiträgt, wo sich bis 1938 auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde befand. – Nicht in der Denkmalliste enthalten ist das 1908 als „Kleinkinderbewahrschule“ errichtete stattliche Gebäude des
Kindergartens an der Westpromenade.
|
|
|
Schülergasse 20 s.o. Franziskanerplatz 9a
|
|
|